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Hintergrundinformation über Waren- und Dienstleistungsautomaten

In dieser Rubrik werden Firmen vorgestellt, die Automaten hergestellt haben. Viele dieser Firmen existieren schon lange nicht mehr.  Teilweise wurde die Produktion schon vor dem zweiten Weltkrieg eingestellt. Aus diesem Grund ist es sehr schwer noch Unterlagen und genauere Daten zu erfahren.

Firmen:
Fa. Heinrich H. Klüssendorf, Berlin
Fa. Hänel & Schwarz, Berlin – Neukölln

Fa. Georg Wiegandt & Söhne, Berlin-Neukölln
Fa. ADE Automaten- und Schnellwaagenfabrik GmbH, Berlin-Reinickendorf
 

Über  Hinweise oder weiter Informationen bin ich sehr dankbar!


Heinrich H. Klüssendorf, Berlin

Bekannte Adressen (evtl. nicht mehr aktuell):
Berlin-Spandau, Berliner Chaussee 12/ 14
Berlin -Wedding, Gerichtsstraße 23, Berlin N(?) 65 - alte Firmenadresse

Diese Firma hatte Ihren Standort in Berlin. Die Gründung dieser Firma war 1913.  
Die Firma stellt verschiedene Geräte / Automaten her, z.B. Fahrkartenautomaten, Fahrkartenentwerter, Briefmarkengeber.  In den 20er Jahren wurden Stempelmaschinen für die Reichspost entwickelt. 

Im Bereich der Briefmarkengeber wurden die Automaden mind. seit 1929 produziert und bis in die 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. In diesem Fall der späten Automaten handelte es sich um Automaten für „Automatenmarken“ sogenannte ATM. Bei diesen wird der Wert der Marke im Automaten auf die Briefmarke aufgedruckt.


Anleitung für einen Wertzeichengeber Baujahr 1929

Seit 1992 gehörte das Unternehmen zur  Gauselmann-Gruppe.

Im Jahre 1995 meldete die Klüssendorf GmbH Konkurs an.

Auch die Firma Nagler taucht in verschiedenen Dokumenten auf. Evtl. wurde die Firma Klüssendorf nach der Insolvenz an die Firma Nagler verkauft.   

Die Markenrechte sind an die Firma Automatentechnik Baumann übergegangen. Auf deren Homepage tauchen noch ehemalige Produkte der Firma Klüssendorf auf.


Fa. Hänel & Schwarz, Berlin – Neukölln, Lahnstraße 30

Über diese Firma konnte ich bis jetzt relativ wenig in Erfahrung bringen.

Es sind zwei Adressen bekannt:
Berlin, Neukölln, Lahnstaße 30
Berlin, Wilmersdorf, keine Straße bekannt
Die Adresse in Wilmersdorf scheint die spätere Adresse zu sein. In frühen Patentschriften wird auch Berlin Südende angegeben.

Es gibt erste Patente für einen Curt Hänel aus dem Jahr 1909. Herr Hänel (teilweise auch nur unter Haenel zu finden) hat seine Patente auch in England, Österreich und in der Schweiz angemeldet.

Bis 1938 gibt es regelmäßig Patentanmeldungen. 41 Patente in verschiedenen Ländern. Im Jahre 1949 gibt es noch einmal Anmeldung von einem Curt Hänel, jetzt aber in Krefeld für ein Patent / Gebrauchsmuster (?). Die Anmeldung bezieht sich nicht unbedingt auf Automaten, ob es sich um den gleichen Hänel handelt kann nicht gesagt werden.  Es scheint auch, dass dieser Antrag gelöscht wurde.


Für den unten dargestellten Sparautomaten wurde ab 31.12.1924 Patentschutz erteilt, Veröffentlicht aber erst 28.3.1928, dieser Automat wurde auch England patentiert.
 

Folgende Automaten wurden auf alle Fälle von Ihr hergestellt:

Fahrkartenautomaten für die Berliner S-Bahn (30er Jahre)

Sparautomaten für diverse Sparkassen (20-30er Jahre) Bei diesen Sparautomaten gab es verschiedene Ausführungen:
- Wandautomat, mit einem Schloss oder zwei Schlössern
- der selbe Automat als Standautomat
- tragbarer Sparautomaten für Schulen

         
Fahrkartenautomat der S-Bahn Berlin, 30er Jahre
 

     
Wandsparautomaten, 20-30er Jahre
 
 

Schulsparkasse, tragbares Gerät, 30(?)er Jahre oder später

Prototyp für Briefannahmeautomaten ( 1 x elektrischer Betrieb, 1 x Handbetrieb) ca. 1931

Anscheinend war die Firma in den 20-30er Jahren sehr aktiv. Aus anderen Zeiträumen liegen mir noch keine Informationen vor.  Was aus dieser Firma später wurde ist mir nicht bekannt.  


Firma Georg Wiegandt & Söhne, Berlin-Neukölln

Diese Firma wurde wahrscheinlich 1926 gegründet, da sie im Jahre 1956 ihr 30 jähriges Jubiläum feierte. In den 50er hat dieser Hersteller Waren- und auch Spielautomaten und sogar Musikboxen hergestellt.

In den ersten Jahren hat die Firma für andere Unternehmen Oberflächenveredelung vorgenommen.

Dieser Hersteller war 1952 der erste deutsche Hersteller von Musikboxen, bis 1962 wurden 9 (?) verschiedene Geräte (Modelle) hergestellt.

Nach 1949 wurde die Firma immer bekannte und größer. Die Palette der Warenautomaten war relativ umfangreich. Die Bauteile wurden in verschiedenen Automaten wiederverwendet. Die Firma stellte so bekannte Automaten wie den „VIVIL-Automaten“ oder „Kölnischwasser-Automaten“ her.

Man kann sagen, dass die 50er Jahre die Blütezeit dieser Firma war. Im Jahre 1959 wurden ca. 25 verschiedene Automaten mit über 1000 Mitarbeitern am Standort Berlin produziert.  Ein großer Anteil der Automaten wurde exportiert.


Auszug aus Prospekt der Firma Wiegandt & Söhne Berlin, 50er Jahre

Im Frühjahr 1960 gab es für die Firma wirtschaftliche Schwierigkeiten, die ebenfalls in Berlin ansässige "Deutsche Waggonbau- und Maschinenfabik GmbH" (DWM) bekundete im Frühjahr 1960 Interesse an einer Übernahme von Wiegandt. Nach dem Verkauf an die DWM wurde die Produktion der Automaten in deren Werkshallen durchgeführt. Die DWM wurde später öfters weiter verkauft. 


ADE Automaten- und Schnellwaagenfabrik GmbH, Berlin-Reinickendorf

C.ADE  wurde wahrscheinlich 1867 in Stuttgart gegründet, der damalige Eigentümer hieß Carl Ade. Es gibt aber auch Quellen, die nennen Berlin als damaligen Firmensitz nennen, auf den alten Firmenschildern wird aber Stuttgart angegeben. Ursprünglich stellte die Firma Tresore und Kassen her.


Tresorschild der Firma ADE aus der Zeit vor 1900(?)

Erst 1920 findet sich wieder ein Hinweis auf diese Firma. Bei einer Patentanmeldung wird die Firma ADE genannt und der Eigentümer heißt Hermann Kade.


Tresorschild der Firma ADE aus den 1920er

Die Firma scheint erst in den 20er Jahren angefangen zu haben, auch Warenautomaten herzustellen. Interessanterweise gibt es in dieser Zeit erste Hinweise darauf, dass Wiegeautomaten hergestellt wurden.  Es gibt in diverse Patente aus dieser Zeit. Entweder unter ADE / Kade oder nur Kade. Es wurde ein neues Logo entworfen.


Tresorschild der Firma ADE aus den 1920er (evtl. auch später)

In der Zeitschrift „Der Automat“, Ausgabe November 1927 findet sich eine Werbung der Firma ADE. „ADE, C.Ade, Inh. H. Kade, Geldschrank u. Tresorbau, Abt. Automaten,Berlin-Reinickendorf, Gegr. 1867“


ADE Werbung, 1927

Im Jahre 1930 – 1931 wurde die "Verkaufszentrale deutscher Geldschrank- und Stahlkammernhersteller" gegründet. Mitglieder waren C.ADE, S.J.ARNHEIM, FRANZ GARNY, Frankfurt, POHLSCHRÖDER, Dortmund und BODE-PANZER, Hannover

Diese Verkaufsgemeinschaft löste sich diese aber 1932 wieder auf.

In der Literatur findet man nun die Firmenbezeichnung ADE Automaten- und Schnellwaagenfabrik GmbH, Berlin-Reinickendorf ab 1934.  

In einer Werbung von 1936 taucht als Adresse Berlin-Reinickendorf, Sommerstr. 15-25 auf. In dieser Werbung wird nicht mehr auf den Tresorbau eingegangen.  Evtl.  gab es eine Trennung der beiden Bereiche  Tresorbau und Automaten? Auch taucht der Name Hermann Kade nicht mehr auf.


ADE Werbung, 1936

1938 wurde S.J.ARNHEIM arisiert und zwangsversteigert. Andere Quellen sprechen von 1939.

ADE gab es weiterhin bzw. fiel Teile der Firma ARNHEIM an ADE. Hierzu gibt es ein neues Logo Bezüglich dieses Zusammenschlusses gibt es aber unterschiedliche Aussagen.


Tresorschild der Firma ADE - Arnheim, Ende der 1930er

In den 1960ern wurde C.ADE und S.I.ARNHEIM zusammen mit TRESORSTAHL von MAUSER WALDECK übernommen. Damit erloschen obige Firmenbezeichnungen für den Bereich Tresorbau endgültig.

Die Geschichte der „Automatenabteilung“ nach dem II. WK ist noch unklar.

Randinformation:

Im Jahre 1934 gibt es dann in Hamburg eine neue Firmengründung mit der Bezeichnung ADE. Das Gründungsdatum stammt von der Homepage der Firma ADE.

Bei einer anderen Quelle wird folgendes über ADE – Hamburg angegeben:

ADE Schnellwaagenfabrik GmbH & Co. 1867 - 2001,Feldstraße 36, Hamburg Deutschland, Waagenfabrik, Gegründet 1867. Inhaber Walter R. Meyer (GmbH & Co.). Hersteller von Schnell-, Tafel-, Laufgewichts- und Aufschnittwaagen. Laut Preisliste 5E (Großhandel) vom 1. Juni 1959 ist der Firmenname „Schnellwaagen-Zentrale

Walter R. Mayer“, Feldstraße 29 - 34. Nach einem Brief vom 9. Juni 1983 (Slg. Grießhaber) ist der Firmenname „ADE; Schnellwaagen- & Aufschnittmaschinen-Fabrik, Walter R. Mayer GmbH & Co KG“, Feldstraße 32 - 37, Quelle: WTB; MAL; Firmenkataloge 1930-1990er

Es ist schon ein Zufall, dass auch diese Firma 1867 gegründet wurde. Wie diese beiden Firmen (ADE-Berlin und ADE-Hamburg) zusammengehören, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.

Beide Firmen verwenden  sehr ähnliche Logos. Die Farbgebung und der Hintergrund der Logos weichen aber ab.  

Alle Angaben ohne Gewähr

 

 Letzte Aktualisierung 21.08.2010